Yuna – „Nocturnal“ Review

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http://www.yunamusic.com/gallery/1463/#.UwSZfmJ5PUk

Die malaysische Sängerin Yuna beigeistert derzeit mit ihrem Album „Nocturnal“ (engl. nachtaktiv) meine Ohren und meine Seele. Coole Beats, eingängige Melodien und ehrliche Texte, die auf jegliche Provokation verzichten und für sich selbst stehen können: So viel braucht’s um mich zu überzeugen. Yuna versteht es, Moderne und Tradition zu kombinieren und führt das Beste aus beiden Welten zusammen. Sie beweist, dass schwingende Booty-Drop- und soulige Dancehall-Beats auch ohne aggressive Sprache und Prolo-Gangster-Coolness à la Iggy Azalea auskommen, dass Tagebuch-Phrasen und Rhythmus nicht unvereinbar sind. „Falling“ ist mein persönlicher Soundtrack für Tanzen trotz Regen, für sommerliche Weißwein-Sessions mit den Besten statt Lernen, für ein gepflegtes „F*ck You!“ trotz Herzschmerz.

Die Dame beweist neben musikalischem Talent auch ein Händchen für Stil: Ihre farbenfrohe Garderobe, die traditionsgemäß mehr verhüllt als zeigt, ist meiner Meinung nach um Längen interessanter als die kalkulierte Nacktheit der Musikindustrie. Sie scheint ihre kulturellen Grenzen zu kennen, diese hinzunehmen und das Beste daraus zu machen. Yuna zeigt uns, dass Stil keine Frage von Freizügigkeit ist (und ja, meine Damen: Das vergessen wir öfter als wir glauben!). Sie kombiniert Lederjacke, Jeanshemd, traditionelle malaysische Schals und Schmuck zu Chucks und Eyeliner – und besteht damit mit Eins Plus meinen Stylecheck. Avantgardistisch anmutende Schnitte, Muster-Mix, Schmuck als Statement und das charakteristische Kopftuch machen Yuna für mich zu einer ganz eigenen Persönlichkeit am Musikmarkt und verkörpert so, was ich am meisten an Menschen mag: Authentizität.

xxsinah.

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