Von Nutten im Block zu Charlotte im Herzen.

Am gestrigen Heimweg von der Arbeit kam dieser Song im Radio. Ich glaub es ist Ewigkeiten her, seitdem mich etwas so überrascht hat. Ich spreche jetzt nicht von der musikalischen Raffinesse (und ja, an der könnte man noch arbeiten aber darum geht es nicht) – sondern vom Text. So ehrlich, so hinreißend, so süß und mutig, fast erwachsen und ein bisschen schüchtern. Sido hat sich bekehren lassen: Von den Nutten im Block zu Charlotte im Herzen. Der Beweis dafür, dass es nur der/die Richtige sein muss, um sich gedanklich von den alten, verbitterten Mustern zu verabschieden, von den vielleicht zu komfortablen comfort zones, von den Schemen und Tricks, die man über die Zeit perfektioniert hat, um ja für immer unnahbar und cool zu bleiben. Ich glaube der Text ist genau das, was jedes Mädchen gerne hören würde. Meine (leider überaus romantische) Seele war jedenfalls zutiefst berührt von so viel ungekünstelter Ehrlichkeit. Und wetten, dass er den Text in wenigen Stunden fertig hatte? Weils einfach die Wahrheit ist. Vielleicht stimmt es, vielleicht hat man allein oft weniger Stress, aber letztendlich ist man zu zweit weniger allein. Ich bin seit einiger Zeit Single, hatte in dieser Zeit nie wirklich das Bedürfnis nach einer Beziehung, nach (körperlicher) Nähe oder so. Ob es mir denn nicht fehle, jemanden zu haben – Wie oft hab ich diesen Satz gehört. Nein, es hat mir nicht gefehlt. Wirklich nicht! Weder sehnte ich vergangene Beziehungen und Dramen wieder herbei, noch haben mir 0815-G’schichten viel gegeben. Es geht nicht darum, jemanden zu haben (kommt dem Wort „besitzen“ ziemlich nah, findet ihr nicht?). Ich bin mittlerweile der Meinung, dass man sich selbst kennenlernen sollte, bevor man jemanden kennenlernt, der einem an die Substanz geht. Und das ist ja in (Liebes)Beziehungen immer der Fall. Außerdem glaube ich, dass jeder Mensch, mit dem man (in welcher Weise auch immer) intim wird, ein Stück von einem mitnimmt, wenn er geht. Und ich will und wollte einfach noch ganz bleiben, an mir arbeiten, um irgendwann für den Einen perfekt zu sein. Das heißt nicht, dass man nicht Ausprobieren sollte – Irgendwoher müssen Erfahrungen ja stammen. Das größte Egoistenschwein darf man trotzdem nicht werden (das eigene Ego kann – oder sollte – niemals die große Liebe werden). Sich nicht zu 100 % auf etwas einlassen heißt aber nicht, dass man nicht kann, sondern nicht will. Und in diesem Punkt muss man immer (immer. immer. immer.) auf sein Gefühl hören. Hört auf, euch mit Menschen zu verabreden, die ihr eigentlich nicht sehen wollt (super Ratschlag auch für mich selbst haha). Hört auf, deren und eure Zeit zu verschwenden. Und wenn der/die Richtige dann endlich vor euch steht, dann macht es wie Sido und findet verdammt nochmal die Eier, um der ganzen Welt mitzuteilen, wie unfassbar geil Liebe sein kann.

xxsinah.

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