Hungrig auf Meer.

Ein kulinarischer Surftrip durch Südamerika und ein ziemlich lässiges Kochbuch: Johannes Jo Riffelmacher und Thomas Cozy Kosikowski haben mit ihrem alten Leben kurzen Prozess gemacht, die Jobs als Fotograf und Art Director in Hamburg an den Nagel gehängt, um ihr eigenes Ding durchzuziehen. Zwei Männer, drei Missionen: Reisen, Surfen, Kochen. Salt & Silver präsentiert eine coole Mischung aus Erfahrungsberichten, Fotobuch und genialen Soulfood-Rezepten. Die Geschichte eines realisierten Lebenstraums, in der, neben Surfer-Lifestyle, spannenden Rezepten und einer Riesenportion Freiheit, sogar politische Themen – wie der Kommunismus auf Kuba – Platz finden.

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Die beiden starteten ihre Reise im Jänner 2014 von Hamburg aus, sie bereisten Kuba, Mexiko, Nicaragua, Costa Rica, Panama, Ecuador, Peru und Chile. Immer mit im Gepäck: Surfbretter, scharfe Messer, Fotoequipment. Die Leidenschaft für gutes Essen, echte Menschen und Kultur erkennt man auf jeder Einzelnen der 320 Seiten: Ein schönes Beispiel dafür, wie viel an Vertrauen, Erfahrung und positiver Energie man bekommt, wenn man sämtliche Berührungsängste ablegt und sich voll und ganz auf eine fremde Umgebung einlässt.

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Bei Salt & Silver fällt vor allem eines auf: Hier wurde ge- und erlebt – und das sieht man. Jo und Cozy zeigen, was dabei rauskommt, wenn man eine Sache (oder besser gesagt, drei Sachen) eben wirklich aus Leidenschaft angeht. Ein bisschen liest sich das Ganze ja wie ein Tagebuch, wo Erinnerungen, Rezeptideen und Insider-Tipps für Surfer und Touris mindestens so selbstverständlich zwischen den Seiten kleben, wie die Konzertkarten und Automatenfotos an deiner Pinnwand. Tolle Fotografien und Illustrationen machen es leicht, sich auf die Geschichten einzulassen. Cool ist auch, dass die Rezepte nicht willkürlich angeordnet oder ausgewählt sind, sondern immer in einem nachvollziehbaren Kontext stehen, der die individuellen Erfahrungen der beiden widerspiegelt.

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Vom traditionellen Cubano-Sandwich, über Moros y Cristianos (eine Mischung aus schwarzen Bohnen und Reis) bis hin zu ausgefallenen Kreationen wie Rum-Ketchup (und ich hab’s selbst probiert – schmeckt wirklich geil und ist gar nicht schwer!) wird einem die Vielfalt der lateinamerikanischen Küche mit sehr viel Liebe näher gebracht. Was großartig ist, wenn man bedenkt, dass die zwei Surfer bei ihren Trips vermutlich nicht immer perfekt ausgestattete Küchen zur Verfügung hatten: Das allein ermutigt zum Nachkochen und Experimentieren.

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Toll finde ich übrigens auch, dass sich die beiden gegen Vorurteile stark machen: „Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit, in manchen Vierteln von Berlin abgezogen zu werden, nicht so viel geringer als in Lateinamerika. Die angemessene Vorsicht darf dich nie davon abhalten, die Welt zu erkunden. Wir lernten die Latinos als sehr offenes und freundliches Volk kennen, daran ändert auch das ein oder andere schwarze Polizeischaf nichts.“ Word!

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„Salt & Silver. Reisen. Surfen. Kochen“, € 29,95 über Blue Tomato. Hier geht’s zur Facebook-Page. 

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