Plastiksackerl und anderer Scheiß, den der Mensch nicht braucht.

Ab 1.4.2016 kannst du deine H&M Crop-Tops nicht mehr in Gratissackerln durch die Gegend schaukeln: Dein Sackerl muss dir jetz was wert sein – KA CHING! Genauer gesagt werden Plastiktüten (für meine sehr verehrten deutschen Leserinnen und Leser) bald 20 Cent pro Stück kosten. Viele Marken haben den EU-Beschluss vom letzten Jahr zur Reduktion der Plastikberge schon umgesetzt oder tun dies ab 1. März. Dieser besagt nämlich, dass die Mitgliedsstaaten Tüten, die zwischen 0,015 und 0,049 mm dünn sind, zukünftig besteuern oder gar ganz verbieten können. Konkret sieht die EU-Richtlinie vor, dass alle EU-Staaten ihren Verbrauch bis 2025 auf 40 Stück pro Jahr senken (Vergleich: momentan liegt der etwa bei 198 Stück, laut Statistik des Europaparlaments).

Foto am 22.02.16 um 21.05 #7

Ideen für „The Afterlife of Plastiksackerl“: Ein stylischer Regenschutz, zum Beispiel.

Vorbei sind also die Zeiten, in denen wir plastiktütenbepackt über die Einkaufsmeilen flanieren und uns fiese Plastikschnüre am Handgelenk das Blut abschnüren. Vorbei die Zeiten, in denen ein Sackerl dann ca. so lange daheim herumliegt, wie Kunststoff zum Abbau benötigt (so +- 450 Jahre) und lediglich den Zweck hat, andere Plastiktüten darin aufzubewahren. ENDLICH.

Dass man diese einfache, handelsübliche Standardfloskel („Brauchen’s noch ein Sackerl, oder geht’s so?“), die jedem Konsumenten zumutbar wäre, generell sehr selten hört, ist schon ärgerlich. So hat diese doch immense Auswirkungen auf unsere Umwelt. Geschaut haben die VerkäuferInnen immer ein bisschen doof, wenn ich Produkt samt Rechnung sofort in meine Tasche gepackt und „Geht schon so, danke.“ gesagt habe. Aber Unternehmen handeln da natürlich auch eigennützig. Schließlich steht auf den Tüten ja der Markenname – und wenn wir die Dinger kilometerweit durch die Gegend schaukeln und gratis Werbung machen, sind wir halt selber schuld.

Fakt ist: Die Plastiktüte kann, je nach Witterung, zwischen 10 und 450 (yup, dieses Sackerl wäre dann etwa so alt wie eine Urururururoma) Jahren brauchen, um zersetzt zu werden (und ist dann oft trotzdem nicht gänzlich abgebaut), sie verschmutzt die Weltmeere (das sind dann übrigens so aus), ist eine Gefahr für Menschen (die mit der Fischerei ihren Lebensunterhalt verdienen) und Tiere (die sich darin verheddern, den Scheiß fressen und verhungern, weil sie sich durch die Plastikpartikel gesättigt fühlen). Und das alles nur, weil du aus Bequemlichkeit deine € 4,99 Ringe nochmal extra einpacken lässt.

Sinn und Zweck folgender Verpackungen und Verpackungsaccessoires sind außerdem fragwürdig:

 

1.) Lasche bei Trinkflaschen

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Der Ring für alle Lebenslagen (uhm…) ist ein gern gesehenes Accessoire. Sagt zumindest Vöslauer.

Mmmmh, mancher Getränkehersteller dachte sich, das sei die wohl geilste Idee überhaupt: Eine Lasche für die Flasche! Ich frage mich heute noch, was ich damit eigentlich machen soll: An die Hose hängen (praktisch, or nah?), an die Wand hängen (Kunst, oder so?) oder als Fitnessgerät für den Finger verwenden? Fun Fact: Das Unternehmen war sich wohl selber auch nicht so ganz im klaren darüber, was man mit dem sogenannten „Pocket Ring Verschluss“ alles anstellen könnte. Zitat aus einem Bericht der handelszeitung.at: „Jede(r) ist eingeladen, Ideen, wie der Pocket-Ring praktisch verwendet werden kann, via E-Mail an info@voeslauer.at zu schicken.“ Hmm, okay – thanks but no thanks! Das Unternehmen produziert mit dem „Pocket Ring Verschluss“ zwar nicht mehr PE-Material, allerdings wird durch den zusätzlichen Schritt beim Herstellungsprozess sehr wohl mehr Energie verbraucht, bestätigt mir das Unternehmen.

2.) Rasierer und Rasierklingen

Ganz ehrlich jetzt: Nimmt eigentlich irgendwer diese Saugnapfhalter von den Venus-Rasierern her…? Die halten doch eh nie!

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3.) Salat im Sackerl

Kaufe ich auch manchmal, zugegeben. Bin auch ein Umweltarsch. Aber es ist komplett dämlich, der Salat in der Tüte hält nämlich weder länger, noch bekommt ihr mehr für euer Geld, als z.B. für einen einfachen Kopfsalat. Kostet aber ein Vielfaches, weil geschnitten und gewaschen. Mal ganz davon abgesehen, dass in Plastik verpacktes Essen definitiv nicht unbedenklich ist (weil hormonell wirksame Chemikalien wie Bisphenol A häufig in Plastikverpackungen enthalten sind und diese auf den menschlichen Organismus einwirken und z.B. Diabetes begünstigen können, hier nachzulesen), auch wenn die Industrie gern das Gegenteil behauptet.

4.) Plastik Löffel im Joghurtdeckel

Niemand isst sein Joghurt UNTERWEGS! Niemand!!! Niemand braucht diesen Löffel!! Und außerdem ist der Stiel viel zu kurz, man patzt sich ständig die Finger an. Das ist nicht nur Materialverschwendung, sondern auch echt eklig und unhygienisch.

5.) Styroportassen

Es gibt nichts Unnötigeres als diese Styroportassen. Suppengemüse auf der Styroportasse. Mit Plastik drumherum. Meine Güte. Reicht auch, wenn’s nur zusammengebunden wird, gekocht wird es ja sowieso.

6.) Verpackung in der Verpackung

Schokobons sind cool. Aber dass jedes einzelne Bon in Plastik verpackt ist und die Bons dann NOCHMAL in einer Plastiktüte sind, bricht mir das Herz. Bon für Bon macht leider nicht soo viel Sinn für die Umwelt.

Bildschirmfoto 2016-02-22 um 19.51.58

Chhh. 

Fällt euch noch Verpackungsscheiß ein, den der Mensch nicht braucht? Ideen bitte gerne an: theblackshirt@hotmail.com !

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