Seven Years Bad Luck

Sieben Jahre lang Single gewesen. Sieben Jahre lang „ausgelebt“, auf Dates gegangen, Heartbreaks erlebt und leider auch verursacht. Sieben Jahre lang mich immer wieder verunsichern lassen. Dauersingle.

Sieben Jahre lang immer wieder „Sinah, wann hast du denn jetzt mal wieder einen Freund? Warum wird das bei dir denn nichts?“ hören müssen. Sieben Jahre immer wieder vorgeworfen bekommen, ich sei zu anspruchsvoll, zu verkorkst, zu wählerisch. „Das, was du suchst, das gibt’s nicht!“ – Dabei war es wahrscheinlich doch mehr die Angst vor dem Verletzt werden. Bevor’s ernst wird, bin ich weg. Bitte nicht schon wieder so eine Geschichte, wo’s nur um Macht und Bestätigung geht. Mein Herz hält diesen Stress nicht mehr aus. Ich will das nicht mehr, diese Machtspielchen, diese seltsamen Dating-Regeln. Sieben Jahre lang „Vielleicht liegt’s an mir, vielleicht bin ich zu viel, zu bunt, zu crazy, zu schrill“ eingeredet. Sieben Jahre lang massive Zweifel.

Sieben Jahre lang intensive Auseinandersetzung mit mir selber. Einsame Zeiten, aber auch wichtige Zeiten erlebt. Sieben Jahre lang gelernt, alleine sein zu können. Gelernt, auch allein sein zu wollen. Selbstständig werden. Auf mich aufpassen lernen. Gelernt, mein Ding durchzuziehen – egal was kommt und egal, was irgendjemand davon halten mag. Sieben Jahre lang alles gemacht, was ich machen wollte, Spaß gehabt, großartige Menschen kennengelernt. Selbstverwirklichung. Ausprobieren. Keine Kompromisse. Sieben Jahre lang die blöden Kommentare weggelächelt, immer wieder „Bin auch alleine sehr glücklich, danke!“ geantwortet und mich gegen alte Rollenbilder, die die Frau in diese dämliche passiv-abwartende Position drängen („Du bist einfach zu fordernd, du machst den Männern Angst!“ gewehrt. Ich war wirklich gerne alleine und ich hatte nie das Gefühl, jemanden zu brauchen. Ich dachte mir, ich sei alleine sowieso besser dran: Weniger Stress, weniger Drama. Ich dachte, ich wüsste schon alles über Beziehungen, was es zu wissen gibt. Dabei wusste ich gar nichts. Zumindest nichts über Beziehungen. Vielleicht wusste ich einiges über Dating und noch mehr über Fuckboys und Typen, die in meiner Vorstellung gut zu mir gepasst hätten.

Dieser wundervolle Mann hat mir in den letzten sechs Monaten gezeigt, was es heißt, sich nach so langer Zeit mal wieder jemandem zu öffnen. Er hat mir gezeigt, dass Liebe nicht weh tun, nicht kompliziert sein muss. Dass Zusammensein nicht Selbstaufgabe heißt. Das schönste Gefühl ist, zu wissen, dass man nicht trotz sondern wegen seiner Eigenheiten geliebt wird. Dass man angenommen wird. Dass man sich nicht verstellen muss und über alles reden kann. Dass es da jemanden gibt, der dich durchschaut und der nicht zurückschreckt, wenn du mal ehrlich, ungeschminkt, ungekünstelt, verletzlich und unsicher bist. Jemanden, der echt ist und keine Spielchen spielt. Jemanden, der dich jeden Tag aufs Neue fasziniert und dich dazu bringt, der beste Mensch sein zu wollen, der du sein kannst.