5 Dinge, die man als Ex-Freundin niemals machen sollte

Wenn Beziehungen scheitern, fällt es oft schwer, das gemeinsame Leben auseinanderzuklauben. Warum man sich trotzdem trennen muss und sich aus dem Leben des Ex‘ raushalten sollte: Ein Plädoyer für den klaren Schnitt

Schlussmachen ist schrecklich. Es ist wie ein verdammter Kampf, aus dem beide als Verlierer hervorgehen. Verletzt, unsicher, dem letzten bisschen Selbstbewusstsein beraubt. Der Boden wird einem unter den Füßen weggezogen und alles, woran man geglaubt hat, liegt in Scherben. Das einst perfekte Bild, diese Version von einer gemeinsamen Zukunft – zerbrochen.

Man tröstet sich mit Wein, One-Night-Stands, Gesprächen, die man nur führt, um immer wieder über den/die Ex reden zu können. Mit Serienschauen, mit Essen, mit Weinen und jemandem Schlechtes wünschen. Man hofft, dass dieses schreckliche Gefühl, diese Leere im Herzen, irgendwann weggehen wird.

Wenn man verliebt ist, wird das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert, das hat die amerikanische Anthropologin Helen Fisher herausgefunden. Es befindet sich unter dem Zentrum für kognitives Denken und der Emotionen. Der Teil gehört zum sogenannten „Reptilien-Kern“ des Gehirns und ist mit Begierden, Wünschen, Motivation, Konzentration und Sehnsucht verbunden – jenen Regionen, die auch bei einem Kokainrausch aktiviert werden.

Wenn sich der/die Geliebte dann entzieht, also eine Beziehung zuende geht und wir Liebeskummer haben, dann fühlt sich das ähnlich an, wie bei einem Kokainentzug. Ein Entzug funktioniert aber nicht, wenn man sich heimlich die tägliche Dosis Ex via Social Media reinzieht. Und Loslassen und Neuanfangen schon gar nicht.

Wenn man die erste Trennungszeit überstanden hat, beginnt ein Hindernislauf durch das Mienenfeld der unvorhersehbaren Gefahren: Kurz auf Facebook geschaut und da sieht man ihn auch schon: Den Ex mit einem Mädel im Arm, breit grinsend, irgendwo am Meer. Oder man schaut kurz auf Instagram, hat eh schon ein ungutes Gefühl und plötzlich sieht man ihn oder sie, befreit, glücklich, besoffen beim Feiern. Das Gedankenkarussell geht wieder los: „Offenbar geht es ihm wohl besser ohne mich“, „Wer ist dieses Mädel und was hat sie mit ihm zu tun“, „Plötzlich wird er der Typ, der er für mich nicht sein wollte“ – Gedanken, die man einfach nicht los wird.

Ich kenne einige Menschen, die glauben, wenn sie nur irgendwie im Leben des Ex’ präsent blieben, würde der irgendwann draufkommen, was er an ihnen hat. Würde wieder anfangen, sie zu lieben. Und irgendwann wäre dann alles wieder so, wie es einmal war. Man flüchtet sich in diese Vorstellung, dass die Ex-Beziehung gut war, dass die Trennung nur auf Zeit bestünde und man für den Ex-Partner doch eigentlich die „Eine“ sei. Aber eine Beziehung, die nicht mehr ist, kann allein schon deshalb nicht funktionieren. Nichts hilft gegen Liebeskummer, außer Zeit – und Abstand.

Wenn der Ex irgendwann eine neue Beziehung hat, beginnt der Wahnsinn meist von vorn. Die neue Freundin wird ins Visier genommen, die Situation totanalysiert und erneut Marathongespräche mit FreundInnen darüber geführt, um wie viel besser man nicht sei, dass der Ex ein Vollkoffer ist und die Neue eine „Bitch“. Oft bleibt es aber nicht nur bei verbalen Entgleisungen über den Ex-Partner. Nicht selten werden Menschen, deren Herz gebrochen wurde, tätlich: Eine der häufigsten Motive für Mord sind Eifersucht und Kränkung des Selbstwertgefühls. Intimizid nennt man diese Tötung des Intimpartners. Es klingt dramatisch und absurd, aber ein gebrochenes Herz kann unseren Verstand komplett ausschalten und uns im wahrsten Sinne des Wortes wahnsinnig machen. Das klingt ziemlich extrem, selten sind diese Morde aber nicht.

Aber auch aus Perspektive der oder des Neuen ist es ziemlich beschissen, wenn man frisch verliebt ist und der Partner laufend von seiner Vergangenheit eingeholt wird: Wenn der/die Ex ständig herumschleicht, irgendwelche Fotos kommentiert, anruft, im gemeinsamen Freundeskreis herumgeistert und es einfach nicht gut sein lassen kann.

Eine Beziehung soll in Würde sterben dürfen. Nicht nur der gemeinsamen Zeit wegen, sondern auch, damit man sich nicht komplett bloßstellt und sich zumindest ein Bisschen Würde behält. Deshalb sollte man versuchen, Folgendes zu vermeiden:

1.) Dem Ex-Partner weiterhin auf Instagram, Facebook etc. folgen

Es klingt immer so kindisch und lächerlich, wenn man sagt, man solle Leuten auf Social Media entfolgen, deren Anblick auch schon im echten Leben nicht unbedingt positive Gefühle in einem hervorruft. Wenn man jemanden ständig bildlich vor Augen hat und dieses perfekt inszenierte Leben mitverfolgt, dann dauert der Prozess des Abschließens um ein Vielfaches länger. Trust me! Eben weil man ständig teilhat, ohne weiterhin ein Teil davon zu sein. Tut euch selber den Gefallen und lasst es endlich gut sein. Entfolgt euren Ex-Partnern. Schaut euch keine Insta-Stories mehr an. Wahrt dieses letzte bisschen Stolz und löscht diese Person. Aus euren Herzen und euren News-Feeds.

2.) Sich irre aufführen

Auch, wenn du es um zwei Uhr nachts für beste Idee der Welt hältst, besoffen deinen Ex  anzurufen und ihm zu sagen, dass du eh voll froh bist, dass eure Beziehung aus ist und er ein Loser ist – Tu. Es. Nicht. Der Kater am nächsten Morgen ist schlimm genug, da solltest du dich nicht auch noch mit Vorwürfen und Scham rumquälen müssen.

Gleiches gilt für „I’m SO over it“-Aktionen. Du weißt, was ich meine: Du siehst deinen Ex beim Feiern und glaubst, ihn eifersüchtig machen zu können, wenn du mit deinem Tinder-Date vor ihm rumschmust. Dein Ex wird sich höchstens einmal mitleidig nach dir umdrehen und sich denken, „Um Himmels Willen, die Alte spinnt“, aber definitiv nicht am nächsten Morgen mit einem Strauß Rosen vor deiner Tür stehen.

3.) „Befreundet“ bleiben

Einige Leute behaupten, dass eine Freundschaft mit dem Ex-Partner funktioniert. Die anderen sagen, dass man immer Hintergedanken hat, nicht abschließen kann oder will. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber Tatsache ist: Mit einem gebrochenen Herzen eine Pseudo-Freundschaft einzugehen, mit der Person, die für diesen Herzschmerz verantwortlich ist, ist nicht nur heuchlerisch sondern auch extrem ungesund. Abschließen sieht anders aus.

Wer glaubt, tatsächlich über der gescheiterten Beziehung stehen und mit dem Ex befreundet sein zu können, sollte außerdem auf die Gefühle der neuen PartnerInnen Rücksicht nehmen: Finden die das wirklich okay, wenn zwei ehemalige Liebende auf best buddies machen…? Wenn man wirklich noch freundschaftliche aber nicht-romantische Gefühle für jemanden hat, dann sollte man auch in der Lage sein, ihm sein Glück zu gönnen. Also lieber auf Abstand gehen, als den/die Ex erneut ins Unglück stürzen (oder sich selbst).

4.) Die neue Freundin/den neuen Freund stalken

Der neue Partner kann meist gar nichts dafür, dass eine Beziehung den Bach hinunterging. Auch dann nicht, wenn es vielleicht als Affäre begonnen hat. Affären sind Symptome, keine Ursachen. Es ist außerdem respektlos, über einen Menschen, den man vermutlich nicht richtig kennt, abschätzig zu sprechen und zu urteilen. Deshalb bringt es nichts, wenn man die neue Freundin ständig auf Instagram verfolgt und über sie lästert. Let go. Auch wenn’s weh tut.

5.) Sich in das Leben des Ex-Partners einmischen

Wenn eine Beziehung aus ist, dann sollte man sich aus dem (Liebes-)Leben des anderen raushalten. Ganz egal, wie hart das manchmal sein mag. Heißt: Als Ex-Freundin solltest du deinem Ex keine Lebensratschläge geben oder gar Ratschläge, wie er sich in seiner neuen Beziehung verhalten soll. Warum auch? Du bist nicht seine Mutter/Schwester.

Man kann die Zeit nach einer Trennung auch dazu nutzen, um sich selbst zu pflegen und Hobbies kultivieren und die bestehenden Beziehungen zu Freunden und Familie pflegen. Eine Trennung bringt einen weiter und das kann man in der ärgsten Heartbreakphase vielleicht nicht erkennen. Irgendwann macht alles Sinn und fühlt sich gut an, dass es so kam wie es kam. Ständig zurückzuschauen und versuchen, an etwas festzuhalten, das längst vorbei ist, macht auf die Dauer unglücklich. Niemand wird so je eine Chance haben, euer Herz von Neuem zu erobern.

Wenn man sich etwas aufbaut, den Respekt vor sich selbst zurückerlangt und über den Dingen stehen kann, dann hat man etwas gelernt, das einem niemals wieder jemand wegnehmen kann: Das eigene Glück hängt nicht von dem Menschen ab, mit dem man zusammen ist oder war. Sondern nur von einem selbst.

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