Mikrodermabrasion: Meine Erfahrungen

Der Stress der letzten Wochen (ich habe gerade meine Magisterarbeit abgegeben, war dazwischen krank und habe eine riesige Baustelle im Haus, die unglaublichen Lärm verursacht) hat deutliche Spuren in meinem Gesicht hinterlassen. Seitdem ich ungefähr 19 bin, leide ich immer wieder mal unter Akne. Zum Glück nur partiell, also im Vergleich zu anderen AknepatientInnen sieht es nicht ganz so schlimm aus, aber für mich ist es trotzdem belastend und schmerzhaft. In stressigen Phasen habe ich immer wieder mit unreiner Haut zu kämpfen und auch, wenn dazwischen oft monatelang Ruhe ist, so weiß ich doch, dass meine Haut weit empfindlicher ist, als die von anderen Menschen.

Nachdem ich die Pille abgesetzt hatte, ging es richtig los. Angefangen hat es mit kleinen Unreinheiten, die sich zu massiven Entzündungen ausgeweitet haben. Nachdem ich sehr helle Haut habe, haben die Entzündungen langanhaltende, unschöne Rötungen und leider auch etliche Narben verursacht. Während dieser Zeit habe ich noch geraucht und lange nicht wahrhaben wollen, welchen negativen Einfluss Rauchen auf die Haut wirklich hat. Ich hatte ständig Entzündungen und geweitete Poren, Besserungen traten immer seltener ein und es gab Zeiten, da habe ich fast jedes Mal geweint, wenn ich mich selbst im Spiegel gesehen habe.

Hautprobleme sind definitiv nicht zu unterschätzen. Es geht dabei nicht um übertriebene Eitelkeit, sondern darum, dass man sich immer weniger selber anschauen mag und es psychisch belastet, wenn man ständig offene Wunden im Gesicht und Schmerzen hat. Ich habe mich zeitweise nicht einmal mehr meiner eigenen Familie gegenüber ungeschminkt gezeigt. Teilweise nicht einmal mehr auf der Seite liegen, weil jede Berührung so gebrannt hat.

Anfang 2017 wurde mir das alles zu blöd und ich habe mich aktiv um eine Besserung meiner Haut bemüht. Sprich: Ich habe das Rauchen aufgehört, meine Ernährung umgestellt (kaum Zucker, wenig Weizenprodukte) und mich ein bisschen mit TCM beschäftigt. Viel wichtiger war aber, dass ich auch meine Hautpflege optimiert habe. Ich trau’s mich gar nicht zu sagen, aber bis dahin habe ich mein Gesicht fast nur mit Wasser und etwas Duschgel gereinigt. Der Horror für wirklich empfindliche Haut: die meisten Duschgels sind nicht für das Gesicht geeignet, weil nicht ph-neutral und mit vielen künstlichen Duftstoffen. Als ich das meiner damaligen Kosmetikerin, bei der ich monatlich zur Behandlung war, erzählt habe, wurde sie ganz weiß um die Nase und sagte: „Jetzt wundert mich gar nix mehr.“

Anfangs habe ich sehr viel mit der Marke Skin Ceuticals in den Griff bekommen (und hunderte Euro dafür liegenlassen). Das sind schon fast Medizinprodukte. Wenn man sie aufträgt, spürt man richtig, wie die arbeiten. Ich habe mit Cleanser, Tonikum, Serum und Clay Maske angefangen und schon nach wenigen Wochen eine deutliche Besserung gesehen. Die Produkte werde ich in einem anderen Artikel noch genauer besprechen.

Seitdem ich sehr viel mehr Wert auf die Reinigung meine Haut lege, habe ich nur mehr selten richtige Entzündungen. Trotzdem muss ich darauf achten, welche Produkte ich verwende. Den Wechsel von Pflegeserien verkraftet sie nie gut und wenn ich neue Make-Ups teste, bekomme ich leider auch sehr oft unreine Haut. Ich versuche, etwa ein Mal alle 2-3 Monate zum Ausreinigen (Deep Cleansing) zur Kosmetikerin zu gehen. Anfangs bin ich wirklich brav jeden Monat gegangen, aber natürlich geht das wahnsinnig ins Geld. In Wien kosten Gesichtsreinigungen um die 90 Euro – für mich ist das monatlich einfach nicht drin, das sage ich ganz ehrlich. Aber es war mir jeden Cent wert – weil dadurch tiefsitzende Mitesser und abgestorbene Hautschuppen entfernt werden konnten. Ich habe auch gelernt, dass man diese Art der Ausreinigung immer lieber dem Profi überlässt: bloß nicht selber herumdrücken, dadurch wird alles nur schlimmer.

Mikrodermabrasion bei Kuzbari

Kürzlich war ich im Wiener Zentrum für Ästhetische Medizin Kuzbari im Goldenen Quartier und habe eine Gesichtsbehandlung bei der medizinischen Dermakosmetikerin Karolina machen lassen. Die Behandlung bestand aus mehreren Teilen: Zuerst hat sie mein Gesicht gereinigt und desinfiziert, dann hat sie eine Mikrodermabrasion gemacht, anschließend ausgereinigt und zum Schluss eine Maske zur Beruhigung aufgetragen. Die Produkte, die sie verwendet hat, waren von Skin Ceuticals und nachdem mich die Marke zu meinen schlimmsten Hautzeiten schon überzeugt hatte, freute ich mich umso mehr auf eine effektive Behandlung.

Wie funktioniert’s?

Mikrodermabrasion ist das Abtragen der oberen verhornten Hautschicht, ein Teil der Epidermis, mittels Ansaugen und Abschleifen. Das klingt wild, ist es aber absolut nicht. Ich hatte anfangs auch ein bisschen Angst, die war aber völlig unbegründet: die „Feile“, mit der die  Kosmetikerin in sanften Bewegungen von innen nach außen über das Gesicht streicht, ist aus Baumwolle. Folgendes passiert: Durch das Ansaugen der Haut werden abgestorbene Hautschüppchen abgetragen und die Talgdrüsen zusätzlich mit Wasser durchspült. Mikrodermabrasion kann entweder mit Quarzkristallen erfolgen, das fühlt sich ein bisschen wie Sand an, oder eben mit Wasser. Ich fand die Wasser-Variante angenehmer, weil ich nach den quasi „Sandstrahlverfahren“ in anderen Instituten immer überall Sand hatte: Im Ohr, am Hals, im Shirt… Völlig nass wird man natürlich auch nicht, was Wasser kommt auf der einen Seite des Handstücks raus und wird auf der anderen mitsamt der Hautschüppchen wieder eingesaugt. Man kann also sagen, dass Mikrodermabrasion den Effekt eines sanften Peelings hat.

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Meine Haut, ungeschminkt, gleich nach der Behandlung: Die Stellen, die ausgereinigt wurden, sind noch etwas gerötet. Die Haut fühlt sich und sieht deutlich gestrafft aus. Ansonsten sieht man keine (unerwünschten) Nebenwirkungen der Behandlung. Man ist sofort wieder gesellschaftsfähig, wenn auch eventuell leicht gerötet

Mikrodermabrasion fühlt sich ein bisschen an, wie ein Staubsauger und ist absolut nicht schmerzhaft. Ich habe es sogar als eher angenehm empfunden. Das Gefühl nach der Behandlung war ebenfalls gut: Ich fühlte, dass meine Haut deutlich straffer war und sie fühlte sich wunderbar sanft und rein an. Danach ist man auch sofort wieder gesellschaftsfähig, Ausfallzeiten gibt es also keine.

Warum Mirkodermabrasion?

Alle 28 Tage erneuert sich unsere Haut auf ganz natürliche Weise. Das heißt: Die tieferliegende Hautstruktur, die Dermis, produziert Kollagen und Elastin und schickt die neuen Hautzellen an die Hautoberfläche. Das ist eigentlich ein Schutzmechanismus unserer Haut: Denn durch die Neuproduktion der Hautzellen und die Verdickung der oberen Hautschicht versucht die Haut, UV-Strahlung und Umwelteinflüsse abzublocken. Das unschöne Problem hierbei ist: Die Haut wirkt zunehmend fahl und matt. Außerdem können Wirkstoffe, die von außen eingeschleust werden sollen (z.B. durch Hautpflegeprodukte) nicht richtig einwirken. Deshalb fühlt es sich oft so an, als ob grundsätzlich gute Hautpflegeprodukte absolut wirkungslos sind und der gewünschte Effekt ausbleibt.

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Bei Mirkodermabrasion wird die obere Hautschicht abgetragen, kleine Schüppchen und Unreinheiten entfernt

Wird die obere Hautschicht abgetragen, so erhält die Haut den Impuls, wieder mehr Zellen von der Dermis an die Hautoberfläche zu schicken. Die Kollagen- und Elastinproduktion wird angeregt, wodurch ein Anti-Ageing-Effekt erzielt wird. Mir wurde gesagt, dass eine regelmäßig angewandte Mikrodermabrasion die Hautalterung verzögern kann und das Hautbild verfeinert. Also leichte Pigmentflecken und Trockenheitsfältchen werden deutlich gemindert und Entzündungen vorgebeugt. Mikrodermabasion wird auch zur Behandlung von kleinen Narben eingesetzt.

Für wen geeignet?

Grundsätzlich ist Mikrodermabrasion für jeden Hauttyp geeignet. Eine Ausnahme wird nur bei sehr starker, offener Akne gemacht. Durch das Peeling würden sonst die Pickel aufreißen und die Bakterien, die sich in den Pickeln gesammelt haben,  im gesamten Gesicht verteilt werden. Das würde weitere Entzündungen verursachen. Ansonsten ist Mikrodermabrasion für Aknepatienten aber gut geeignet, weil man die Haut immer wieder von abgestorbenen Hautzellen befreien kann und ihre Neuproduktion angeregt wird.

Was muss man beachten?

Wichtig ist: Erscheine ungeschminkt zu deinem Termin. Dadurch verlierst du keine Zeit und die Kosmetikerin kann deine Haut noch länger und intensiver behandeln. Nach der Behandlung ist Sonne zu meiden. Deine Haut hat gerade einen Teil ihrer Schutzfunktion verloren und ist auf deinen sorgsamen Umgang mit ihr angewiesen. Nach ein paar Tagen kannst du bedenkenlos wieder sonnenbaden (aber nur mit Sonnenschutz, natürlich!) Ich selbst verzichte auch 1-2 Tage auf Make-Up und Puder.

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Die Haut fühlt sich nach der Mirkodermabrasion angenehm erfrischt an. Schmerzhaft war nur das Ausreinigen

Wie oft soll man es machen lassen, wieviel kostet es und wie lange dauert die Behandlung?

Im Idealfall, so Kuzbari-Kosmetikerin Karolina, geht man mindestens alle 28 Tage zur Mikrodermabrasion. Bei Kuzbari kostet die Behandlung zwischen 90 und 150 Euro. Die Dauer kann zwischen 30 und 60 Minuten betragen. Das wird aber im Vorfeld individuell festgelegt.

Deep Cleansing und Nachbehandlung

Die Ausreinigung, also das Deep Cleansing, war das unangenehmste an der Behandlung: Dabei drückt die Kosmetikerin die Talgdrüsen aus und ja, das kann definitiv weh tun. Ich kenne das ja schon also wusste ich, wie es sich anfühlen wird. Ich kann euch ein regelmäßiges Deep Cleansing trotz moderaten Schmerzen sehr ans Herz legen: Verstopfte Talgdrüsen, die nie gereinigt werden, können zu Entzündungen oder Verkapselungen führen. Je länger und fester der „Dreck“ in der Talgdrüse festsitzt, desto weiter wird die Pore und desto unreiner das gesamte Hautbild. Beißt die Zähne zusammen und haltet es durch. Danach ist man leicht gerötet, aber die Rötungen verschwinden meist am nächsten Tag.

Zum Schluss hat Karolina mir noch eine sehr angenehme Clay Maske von Skin Ceuticals aufgetragen, meine Hände massiert und mich mit einem ätherischen Öl verwöhnt. Also alles in allem ein schöner Abschluss zu einer angenehmen und, wie ich finde, recht effektiven Behandlung.

 

Weitere Informationen zu Mikrodermabrasion findet ihr hier.

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