Wie sexuelle Selbstbestimmung funktioniert

Sex hat mich schon immer fasziniert. Er involviert alle Sinne. Aber um einen anderen Menschen so intensiv fühlen, schmecken, riechen können, dazu braucht es Vertrauen. Ich habe mir immer eher schwer getan, Vertrauen aufzubauen, deshalb kam spontaner Sex mit irgendwem selten für mich infrage. Wenn ich es doch getan habe, weil ich mich nach sechs sexlosen Monaten fast ein bisschen für diese unfreiwillige Abstinenzphase geschämt habe, dann fühlte ich mich danach meistens schlecht. Also richtig, richtig schlecht. Tagelang. Das sage ich nicht, weil ich gegen One-Night-Stands bin. Bin ich nicht. Aber für mich fühlte sich das nie richtig an. Die Frage, die sich mir danach immer stellte: Inwieweit bin ich sexuell selbstbestimmt, wenn ich mich durch eine gewisse Anzahl an sexlosen Wochen/Monaten unter Druck setzen lasse? Selbstbestimmung bedeutet, genau zu wissen, was man will, wie man es will und was einem guttut. Es bedeutet, selber entscheiden zu können, wie man leben und lieben möchte und sich nicht durch irgendwelche Zahlen (Partner, Häufigkeit etc.) leiten zu lassen. Diese Freiheit musste ich mir erst nehmen und es gibt sicher auch Zeiten, in denen ich mir aktiv sagen musste, dass ich nichts und niemandem entsprechen muss. Egal, wie man liebt und lebt: Was wirklich zählt, ist die Beziehung, die man mit sich selbst hat. Es ist völlig okay, enthaltsam zu sein. Es ist okay, mit vielen verschiedenen Menschen zu schlafen. Hauptsache, man fühlt sich gut dabei.

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