#staycation: Seefeld in Tirol

Vergangenes Wochenende durfte ich im schönen Seefeld in Tirol verbringen. Urlaub in Österreich: Warum „Staycation“ immer beliebter wird und warum sich ein Besuch in Seefeld defintiv lohnt

Dieser Sommer war mit Abstand einer der anstrengendsten, die ich jemals in der Stadt verbracht habe. Der Asphalt glühte wochenlang, die Luft flirrte vor Hitze und an Schlaf war nachts kaum zu denken. Für mich stand fest: Ich muss dringend nochmal auf Sommerfrische fahren, dieses Jahr. Nach meiner großen Mexiko-Reise im Mai wollte ich aber nicht schon wieder wegfliegen. Urlaub in Österreich sollte es werden. „Staycation“ (ein Wortmix aus „stay“ und „vacation“) boomt ja gerade richtig. Verständlicherweise: Sich für vier Tage Urlaub in ein Flugzeug zu setzen und mit mords Verspätung anzukommen, das stresst immer mehr Leute. „Am schönsten ist’s doch daheim“ lautet die Devise. Deshalb boomt Österreich als Ferienregion gerade so sehr und vor allem bei den Österericherinnen und Österrechern. Auch ich wollte in Österreich relaxen. Am liebsten mit dem Zug in die Berge. Nur… Wohin?

In knapp fünf Stunden reist man mit dem Zug von Wien nach Tirol

Die Einladung der PR-Agentur Sister Act zu einem Trip in die Olympiaregion Seefeld in Tirol kam wie gerufen. Zugegebenerweise schreckte mich die Fahrtdauer anfangs ab: Zwischen fünf und sieben Stunden reist man von Wien nach Seefeld. Wir hatten allerdings eine super Verbindung und waren in knapp vier Stunden in Innsbruck, von da waren es noch 40 Minuten im Regionalexpress nach Seefeld. Da mich Fliegen in letzter Zeit immer mehr stresst und ich die Menschenmassen am Flughafen nicht mehr packe, freute ich mich sogar auf die Zugfahrt – die Zeit verging außerdem wie im Flug. Außerdem war die Vorfreude auf etwas Ruhe und Entspannung, ein cooles Festival und die kulinarischen Highlights sehr groß.

Ein Wochenende lang durfte ich mir mit meiner besten Freundin ein Bild von dem süßen Ort, der als Olympiaregion vor allem Wintersportlern sehr bekannt ist, machen. Ich muss gestehen: Ich war seit sicher zehn Jahren nicht mehr in Tirol und hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde. Ich erwartete urige Berghütten, wenig Nachtleben, ein paar Kühe, die friedlich auf der Weide grasten. Meine Erwartungen bestätigten sich zwar – aber mit so viel Lifestyle und vor allem jungen Menschen hätte ich dann nicht gerechnet.

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Stylisch, unkompliziert, preiswert: Boutique Hotel in Bahnhofsnähe, „Das Max“ in Seefeld

Wir checkten im Boutique Hotel Das Max ein, welches direkt gegenüber des kleinen Bahnhofs in Seefeld lag. Also… wirklich genau gegenüber, etwa zwei Gehminuten entfernt. Ich war selten in einem dermaßen sauberen, gepflegten, unkomplizierten und trotzdem megastylischem Hotel und habe mich von der ersten Minute an wohlgefühlt. Das brandneue Hotel, entworfen vom Architekten-Team Meissl, überzeugt durch Funktionalität, urbanen Spirit und Liebe zum Detail. Stockholm trifft auf New York, quasi. Das Architekten-Team Meissl entwarf mehr als 20 Bauten in Seefeld, dem Heimatort der Geschwister Alexander Meissl und Schwester Carola Meissl-Handle. Darunter auch der berühmte WM-Sprungturm. Vor Ort traf ich Alexander Meissl und konnte mich ein bisschen mit ihm unterhalten: Meissl ist Architekt in zweiter Generation. Sein Vater gründete 1958 das Architekturbüro in Seefeld, welches er und seine Schwester dann weiterführten es weiter und eröffneten eine weitere Dependance in der Bundeshauptstadt. Obwohl Meissl quasi „alte Hasen“ im Architektur-Business sind, versprühen ihre Entwürfe jugendlichen, modernen Esprit: Viel Holz, ein ausgeklügeltes Farbkonzept für jeden Raum, angesagtes Interior und gute Raumaufteilung machen Das Max zu einem Wohlfühlort für Urlaubende und Geschäftsreisende.

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Lokaltipp in Seefeld: Das italienische Lokal „Pauly“ trägt ebenfalls die Handschrift von Meissl Architekten

Den ersten Abend in Seefeld verbrachten wir im Restaurant Pauly: Einem preisgekröntem italienischen Lokal, das ebenfalls von Meissl designt wurde. Das Interior ist mehr als instagramable. Industrial Design trifft auf Coffee-Table-Stimmung: Gemütlich, romantisch, exquisit und trotzdem bodenständig. Ein Erfolgskonzept, das einerseits anspruchsvolle Erwachsene, die höheren Einkommensklassen entspringen, anspricht, aber auch coole Yuppies, die mit ihren Freunden ein Wochenende in Seefeld verbringen. Hier fühlt sich jeder wohl und diese unprätentiöse Stimmung spürt man als Gast auch.

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Vintage-Tapeten, Spiegel, stylisches Interior: „Pauly“ punktet nicht nur mit seiner hervorragenden Küche

Coole Vintage-Tapeten, eine lässige Bar, die zum Cocktailsschlürfen einlädt, Wire-Chairs, samtbezogene Bänke und eine edle Farbpalette, bestehend aus Smaragdgrün, Anthrazit, Schwarz und Altrosa, bildeten die Kulisse für jene hervorragende Küche, die durch italienisches Dolce-Vita-Feeling, hochwertige Produkte und eine, nicht nur geschmacklich sondern auch optischen, einmalige Komposition überzeugt.

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Italien-Feeling pur mit Campari und Aperol

Nachdem wir uns köstliches Beef- und Garnelen Tartare, als Hauptgang einmalige Trüffel Linguine und als Dessert einmal alles gegönnt hatten, vielen wir in das wunderbarste food coma, das man sich überhaupt vorstellen kann.

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Guten Morgen aus Seefeld

Vom Bahnhof gegenüber bekamen wir in unserem Zimmer übrigens nichts mit: Wir schliefen seh gut und wurden erst von den Sonnenstrahlen, die sich ihren Weg über die Berggipfel bahnten, geweckt. Auch das inkludierte Frühstück überzeugte uns voll und ganz: Im süßen Café, das auch Nicht-Hotelgästen offensteht, genießt man ein reichhaltiges Frühstück und startet gestärkt in den Tag. In unserem Fall war das auch notwendig: Wir hatten eine Wanderung geplant.

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Seefelds Naturjuwel lädt zum Bewundern ein: Ein Ausflug zum Gschwandtkopf ist nicht nur im Winter ein Traum

Den nächsten Tag spazierten wir durch den Ort, fuhren mit dem Sessellift auf den Gschwandtkopf um zu Wandern und verbrachten im Anschluss ein paar wunderbar sommerliche Stunden auf der Sonnenalm. Die Wanderung, das entspannte Läuten der Kuhglücken, das friedliche Brummen der Bienen und die zwei Spritzer, die wir uns zu Mittag gegönnt hatten, machten uns dermaßen müde, dass wir nach unserem Ausflug gleich mal ein paar Stunden im Spa-Bereich des Hotels entspannen mussten…

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Ein weiterer großer Bonus ist der herrliche Sauna- und Spabereich, der in zarten Pfirsichtönen gehalten ist, in dem müde Glieder nach einer anstrengenden Berg-Tour Entspannung und Ruhe finden

Abends richteten wir uns dann her und besuchten das 2Gether Festival: Ein kleines, feines Festival, das mitten in der Stadt stattfand und dessen kleine Imbissstände, Retro-Getränkeautos und romantische Lichterketten nicht nur die Jugend aus der Umgebung anlockte, sondern auch Muttis und Vatis zum Tanzen animierte.

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Aperol war auch beim 2Gether Festival vertreten – mit einem eigenen kleinen mobilen Getränkestand

Als Line-Up erwarteten uns etliche lokale Bands, die mir zwar unbekannt waren aber so authentisch und technisch gut waren, dass wir sogar das Regenwetter vergaßen und tanzten. Vor allem die female fronted Band Mim und Hello Sally überzeugten uns. Danach heizten Mono & Nikitaman dem Publikum ordentlich ein: Pogo und Circle Pits inklusive! Die waren meiner Meinung nach auch der eigentliche Headliner, denn so sehr ich österreichischen Bands große Erfolge vergönne: Bei The Makemakes ist irgendwie die Luft raus und das lassen die Jungs ihr Publikum auch spüren. Leider. Ansonsten genossen wir die Festivalstimmung in vollen Zügen und amüsierten uns prächtig: Ich traf sogar zwei meiner Instagram-Follower, die bei meinem Gewinnspiel zwei Tickets für das Festival gewonnen hatten. Schön, wenn man sich auch mal offline trifft 🙂

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Mono & Nikitaman heizten den Gästen des 2Gether Festivals in Seefeld ordentlich ein – im wahrsten Sinne des Wortes

Mein Fazit: Seefeld ist Wintersport-Fans natürlich ein Begriff, aber auch im Sommer einen Besuch wert. Plus: Die Temperaturen sind angenehm (so viel besser als in der brütenden Stadt!), die Luft ist herrlich, die Umgebung wunderschön und die Unternehmungsmöglichkeiten sind vielfältiger als man vielleicht denkt. Hier kommen sowohl Golfer als auch Entspannungssuchende, Sportliche, Gourmet-Fans, Kinder und Jugendliche auf ihre Kosten. Vor allem, wenn das 2Gether-Festivial so weitermacht wie bisher, wird Seefeld auch bei den Twenty-Somethings im Sommer immer beliebter. Wir haben die Zeit jedenfalls sehr genossen – und kommen bestimmt wieder!

 

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