Ulthera: Die Beauty-Behandlung im Test

Vor einigen Wochen durfte ich die Ultherapy-Behandlung von Merz Pharma im Wiener Zentrum für Ästhetische Medizin Kuzbari testen. Was die Behandlung kann, für wen sie geeignet ist, wieviel sie kostet – und was ich davon halte

Als Beauty-Journalistin und Bloggerin habe ich in den vergangenen Jahren schon viele Beauty-Behandlungen testen dürfen. Ich gehöre allerdings zu jenen Frauen, die einen unglaublichen Respekt vor Nadeln, Fillern und Nervengiften haben und das finde ich auch berechtigt. Man muss sich schließlich nicht mit gerade mal 28 Jahren schon alles, was die Beauty Pharma Branche zu bieten hat, ins Gesicht jagen 😉

Umso mehr bin ich Fan von noninvasiven Methoden. Darunter versteht man Behandlungsmethoden, die ohne Injektionen und Operationen wirken. Ich schwöre zum Beispiel auf Mikrodermabrasion (hier habe ich schon einmal ausführlich darüber geschrieben), auf sanfte Laserbehandlungen, auf regelmäßiges Ausreinigen der Haut im Kosmetikstudio, auf Gesichtsmassagen und seit neuestem auch auf Ultraschallbehandlungen.

Ultherapy ist ein Anwender der Methode Ulthera, bei der mittels Ultraschall die Kollagensynthese in den tieferen Hautschichten angeregt wird. Dadurch wird ein Lifting-Effekt erzielt und die Haut schonend gestrafft. Ganz ohne Skalpell. Dafür auch nicht ganz schmerzfrei. Aber dazu später mehr.

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Einmal ohne alles, bitte!

Ich hatte einen Termin bei Dr. Christoph Grill in Wien, der mich im Vorfeld über die Behandlung, die Behandlungsschritte und mögliche Risiken genauestens informierte. Ich fühlte mich in sehr sicheren Händen bei ihm: Er erklärte mir, dass Ulthera – im Gegensatz zu anderen Laser- oder Radiofrequenzgeräten, die teilweise große Hitze auf die Hautoberfläche ausüben – von innen nach außen wirkt und dem Hautgewebe selbst nicht schaden kann. Die Behandlung wirkt in einer Tiefe zwischen 1,5 und 4,5 mm und regt die Kollagen- und Elastinproduktion an. Dadurch wirkt erschlafftes Gewebe wieder zunehmend straffer und man kann subtile aber doch gut sichtbare Ergebnisse erzielen. Beliebte Anwendungsbereiche sind beispielsweise die Kinnlinie, Hals und Dekolleté.

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Dr. Christoph Grill zeichnet mit weißem Kajal die Behandlungsareale auf mein Gesicht

Der Arzt erschien mir nicht nur überaus sympathisch sondern auch sehr ehrlich. Vor der Behandlung testete er meine Haut durch Abtasten und erklärte mir, dass er meine Haut nun deshalb sehr genau anschaut, weil nicht jeder auf eine Ultherapy-Behandlung anspringt. Leider: Denn der tatsächliche Effekt der Behandlung wird erst nach drei bis sechs Monaten sichtbar. Bei manchen Patientinnen und Patienten verändert sich leider aufgrund der Hautbeschaffenheit überhaupt nicht viel und die PatientInnen wären mit anderen Methoden vielleicht glücklicher. Besonders tiefe Falten kann man mit Ultherapy zum Beispiel nicht grundlegend verbessern. Dafür kann leicht erschlafftes und erschlaffendes Gewebe wunderbar gestrafft werden. Für Menschen im mittleren Alter, für die ein Lifting noch nicht infrage kommt, ist diese Behandlung also gut geeignet.

In einem Vorgespräch versucht der Arzt deshalb, sich einen Überblick über die Haut der PatientInnen zu machen und gibt dann Empfehlungen ab. Die Behandlung ist ab € 900,– je nach Areal nämlich nicht gerade günstig: Wenn man sich für die Behandlung entscheidet, sollte man schließlich auch vom Effekt profitieren. Ultherapy zählt Dr. Grill zufolge in jedem Fall zu jenen Behandlungen, die er guten Gewissens durchführt und mit der er schon tolle Erfolge erzielt hat. Ich durfte mir vor Ort ein paar Vorher-Nachher Bilder anschauen und war ehrlich beeindruckt.

Nachdem die Kinnlinie in meiner Familie leider die Stelle ist, die bei den meisten am schnellsten nach unten gewandert ist, wollte ich die Behandlung – in weiser Voraussicht dessen, was mich vermutlich erwartet – am Kinn testen. Dr. Grill erklärte mir die Möglichkeiten, markierte die zu behandelnden Areale mit weißem Kajal und wir legten los.

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Los geht’s! … Autschi!

Puh, ein bisschen gelitten habe ich schon, muss ich gestehen: Ich kenne den Laser-Schmerz ja vom Tätowieren: Je näher man am Knochen ist, desto schmerzvoller wird das Ganze. Bei der Ultherapy-Behandlung war es ähnlich. Bei manchen Stellen fühlte ich gar nichts, an anderen fühlte sich die Stelle kurz kribbelig und heiß an. Der Arzt war aber sehr fürsorglich und fragte mich ständig, wie es mir gehe und ob ich es noch aushalte. Aber ich hielt zwei Runden und etwa 30 Minuten tapfer durch – auch, wenn ich die Kinnlinie selbst dann nicht mehr geschafft habe. Beim nächsten Mal dann.

Kurz nach der Behandlung fühlte sich das behandelte Areal etwas taub an und war leicht gerötet. Ich bin dafür aber leider kein Maßstab, weil ich wirklich sehr helle und zarte Haut habe und nach Gesichtsbehandlungen extrem schnell und lange gerötete Haut habe. Es kann also gut sein, dass bei anderen PatientInnen gar keine Rötung auftritt. Dafür freute ich mich über einen sofortigen Straffungseffekt, den ich auch spüren konnte. Man fühlt richtig, dass die Haut arbeitet. Eine Ausfallzeit gibt es somit nicht.

Dr. Grill erklärte mir, dass man sparsam mit Ulthera-Behandlungen sein sollte. Fettgewebe reagiere sehr empfindlich auf thermische Veränderungen wie Hitze und könne dadurch leicht zerstört werden. Häufige Ulthera-Behandlungen können also zu einem minimalen Verlust der Fettschicht führen, was man logischerweise vor allem im Gesicht verhindern möchte, denn Fettgewebe ist schließlch notwendig, um die Haut prall, jugendlich und frisch aussehen zu lassen. Eine Behandlung im Jahres- oder Zweijahresrhythmus ist deshalb empfehlenswert.

Mein Fazit: Nachdem ich die Behandlung erst vor Kurzem hatte und noch keine drei bis sechs Monate vergangen sind, kann euch leider keine seriösen Vorher-Nachher Bilder präsentieren und euch somit nur beschreiben, wie es sich für mich anfühlt. Ich habe definitiv das Gefühl, dass mein „Doppelkinn“ (ich hab‘ quasi eh keines, aber ein kleines bisschen eben schon) weniger geworden ist und dass die ganze Halspartie insgesamt straffer geworden ist. Das Gefühl ist einfach toll und die Gesichtspartie sieht ganz einfach straffer aus. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Behandlung für Doppelkinn-Problematiken und vor allem zur Dekolleté-Straffung super ist. Für’s Dekolleté gibt’s ja quasi keine Möglichkeit zur Straffung und ich verstehe durchaus, dass Frauen ab einem gewissen Alter die Fülle der Haut an diesen Stellen vermissen. Aber keine Frage: Ultherapy-Behandlungen sind wahnsinnig teuer. Das muss man sich leisten können und auch wollen. Menschen, die einen Soforteffekt haben wollen, sollten vielleicht lieber auf andere Methoden zurückgreifen. Ich würde es aber sofort wieder tun.

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www.merz.co.at